Roberto Kobelt: Forderung nach mehr naturnaher Landwirtschaft

Zu der heutigen Regierungserklärung der Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz erklärt der naturschutzpolitische Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Thüringer Landtag, Roberto Kobelt:

„Es ist ein sehr positives Signal, dass dem Naturschutz mit einer Regierungserklärung erstmalig in Thüringen so viel Beachtung geschenkt wurde. Der Naturschutz ist kein Randthema sondern gehört in das Zentrum politischen Handelns. Denn der Schutz begrenzter Ressourcen und einer lebendigen, biologischen Vielfalt ist die Voraussetzung für ein lebenswertes Leben, gerade auch hier in Thüringen.

Besonders die Bemühungen um die geschützten Arten und Lebensräume in Thüringen haben in den letzten zweieinhalb Jahren deutlich zugenommen. Mit der Einrichtung von 11 Natura-2000-Stationen nimmt das Land mittlerweile eine bundesweite Vorreiterrolle ein. Damit läuft im Freistaat eine bemerkenswerte Aufholjagd, um wichtige Lebensräume in Wald und Offenland nicht zu verlieren.

Angesichts eines dramatischen Insektenschwunds, der andere Tiergruppen wie Vögel oder Fledermäuse stark beeinflusst, ist Handeln für den Erhalt der biologischen Vielfalt dringend geboten. Allein die Bestäubungsleistungen der Biene zeigen, wie sehr unsere eigene Existenz von einer intakten Natur abhängig ist. Ein Drittel von dem, was wir essen, hängt von ihrer Existenz ab. Für mich ist es deshalb naheliegend, dass wir auf eine naturnahe Landwirtschaft wie den ökologischen Landbau setzen, der keine bienengefährdenden Agrochemikalien anwendet.

Auch die Wälder benötigen eine große biologische Vielfalt. Dafür sind auch ungenutzte und großräumige Waldflächen auf 5 Prozent der Waldflächen dringend erforderlich. Ich selbst bin guter Dinge, dass wir das zeitnah und in einem möglichst großen Konsens für Thüringen umsetzen. Denn die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur und das ganz besonders in Zeiten des Klimawandels“, schließt Kobelt.

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