Nationalpark wichtiges Zugpferd für den Naturtourismus

Zum heutigen Besuch im Nationalpark Hainich erklären der Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Thüringer Landtag Dirk Adams, der naturschutzpolitische Sprecher Roberto Kobelt sowie die gesundheitspolitische Sprecherin Babett Pfefferlein:

„Wir sind heute hier, weil wir uns über eine ereignisreiche 20-jährige Nationalparkentwicklung freuen und weil wir dem Projekt, den heutigen Protagonist*innen sowie den Menschen der Region gratulieren wollen. Für diese Entwicklung haben wir als Bündnisgrüne sowie Umwelt- und Naturschützer*innen in verschiedenen Vereinen seit dem Abzug der Westgruppe der Truppen der sowjetischen Streitkräfte im Jahr 1993 gestritten“, erklären die Landespolitiker*innen.

„Ein Dank für diese Erfolgsgeschichte am Hainich gilt den vielen engagierten kommunalen Vertreter*innen, welche die Chance ergriffen haben, Ihr Potenzial in diese positive Entwicklung einzubringen. Ein besonders schönes Beispiel in diesem Zusammenhang ist das „Wildkatzendorf“ in Hütscheroda, dass 2010 vom BUND Landesverband Thüringen e.V., der Gemeinde Hörselberg-Hainich, der Verwaltungsgemeinschaft Hainich-Werratal und der GEN e.V. (Förderverein Nationalpark) gegründet wurde und von einer gemeinnützigen GmbH getragen wird“, freuen sich Adams, Kobelt und Pfefferlein über das vielfältige kommunale Engagement.

„Ich war mir immer sicher, dass Nationalparke ein wichtiges Zugpferd für den Naturtourismus sind. Konsequenter Naturschutz hat eben messbare regionalökonomische Effekte. Nach 20-jähriger Entwicklung zwischen Weberstedt, Behringen, Mihla und hier an der Thiemsburg wird deutlich, was das bedeutet. Die Ausweisung des Nationalparks hat der durch die Truppenübungsplätze im Hainich lange abgehängten Region neues Leben eingehaucht“, sieht Dirk Adams Einsatz der Thüringer Umweltbewegung bestätigt.

„Mit der Aufnahme des Hainichs in die Liste des Weltnaturerbes 2011 hat sich einmal mehr bestätigt, wofür dieser Wald steht. Er gehört zu den wertvollsten Relikten naturbelassener alter Buchen¬wälder in Deutschland. Mit 5.000 Hektar handelt es sich zur Zeit um die größte nutzungsfreie Laubwaldfläche in Deutschland. Und dank einer umfassenden Forschungstätigkeit wissen wir heute ein Vielfaches über Käfer, Vögel, spezialisierte Pflanzen, die zum Teil nur hier vorkommen. Ursprüngliche Natur, diese Wildnis mitten in Deutschland, ist für mich ein Geschenk und politische Aufgabe zugleich. Denn der Schutz der Natur wird laut der Naturbewusstseinsstudie des Bundesamtes für Naturschutz von 86 Prozent der Deut-schen als wichtige politische Aufgabe gesehen“, sieht sich Roberto Kobelt bestätigt.

„Für mich, wie für die meisten Deutschen, gehört Natur zu einem guten Leben dazu. Ihre Vielfalt hat eine besondere Bedeutung für die Gesundheit und für eine wirksame Erholung. Für ebenso wichtig halte ich es, Kindern die Natur nahe zu bringen. Deshalb macht es mich sehr zufrieden, wie kreativ junge Menschen in die Konzepte des Nationalparks eingebunden werden, wenn ich nur an das Urwald-Life-Camp oder den Wildkatzen-Kinderwald denke. Für mich als Lokalpolitikerin aus Sondershausen macht das zudem Hoffnung auf eine positive Entwicklung im künftigen 1.000 Hektar großen Possen-Urwald“, erklärt Babett Pfefferlein.

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