SuedLink-Umweg über Thüringen verletzt Gebot der Geradlinigkeit

Zum heutigen Ende der achtwöchigen Beteiligungsphase zum vorförmlichen Verfahren der Gleichstromübertragungstrasse SuedLink erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Thüringer Landtag Roberto Kobelt:

„Die Möglichkeit einer vorförmlichen Beteiligung der Öffentlichkeit zum geplanten Leitungsprojekt SuedLink begrüße ich sehr. Allerdings sehe ich in der vorgesehenen Leitungsführung über Thüringen den Geradlinigkeitsgrundsatz erheblich verletzt. Umwege machen das Projekt nicht nur erheblich teurer sondern beeinträchtigen auch zusätzlich Landschafts- und Naturräume. Der Geradlinigkeit zwischen Anfangs- und Endpunkt der Leitung sollte deshalb ein höherer Stellenwert eingeräumt werden als bisher“, unterstreicht Kobelt seine Position.

„Zudem macht der 2014 beschlossene Koalitionsvertrag klare Aussagen dazu, dass das Grüne Band zu einem großflächigen Nationalen Naturmonument ausgewiesen werden soll. Dieser einzigartige Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze braucht endlich einen wirkungsvollen Schutzstatus. In der geplanten mehrfachen Querung durch den SuedLink sehe ich erhebliches Konfliktpotenzial mit dem Naturschutz“, betont der bündnisgrüne Fachpolitiker.

„Hinzu kommt für mich die Bedrohung wichtiger Thüringer Naturlandschaften wie der im Biosphärenreservat Rhön und im Hainich. Die Kernzone des Biosphärenreservats Rhön und der Nationalpark Hainich verfügen über ein striktes Veränderungsverbot und müssen deshalb in die höchste Raumwiderstandsklasse 1 eingeordnet werden. Ich halte es deshalb für notwendig, dass die vielfältige und intakte Thüringer Kultur- und Naturlandschaft im Vergleich mit anderen Regionen Deutschlands eine gleichwertige Gewichtung erhält.“ schließt Kobelt.

Verwandte Artikel