Der Naturschutz bleibt auf der Strecke

Am vergangenen Samstag informierten sich die bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Babett Pefferlein, Olaf Müller und Roberto Kobelt bei einer Rundwanderung am Possen über die Folgen des Holzeinschlags sowie über die Chancen, auf dem Possen ein großes Stück Wald den natürlichen Prozessen zu überlassen.
Die Forderung von Naturschutzverbänden und der Bürgerinitiative „Pro Kyffhäuserwald“, eine große Waldfläche am Possen bei Sondershausen aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen, unterstützen auch wir als Fraktion.
Besonders die gut zugänglichen Bereiche der Hochfläche sind durch den Bewirtschafter ThüringenForst in den vergangenen Jahren regelrecht ausgeplündert worden. „Das hat mit einer nachhaltigen Forstwirtschaft nicht mehr zu tun“, waren sich Bürgerinitiative und bündnisgrüne Landespolitikerinnen und -politiker einig. Wer den Wald ausschließlich für die Holzernte optimiert, untergräbt den Vorsorgegedanken. Der Naturschutz bleibt auf der Strecke.
„Da ist es gut und besonders wichtig, dass sich die Bürgerinnen und Bürger aus Sondershausen einmischen“, fanden die bündnisgrünen Abgeordneten. Gerade die letzten Jahre der Bewirtschaftung wurden durch die Bürgerinitiative eingehend dokumentiert. Darin werden die enormen Schäden an Wegen und dem Waldboden in den Rückegassen deutlich.
Gleichzeitig fehlt dem vorherrschenden Altersklassenwald die biologische Nachhaltigkeit. „Damit wird dem Wald die Kraft genommen, sich dem Klimawandel zu stellen, was einen erheblichen ökonomischen und ökologischen Nachteil darstellt“, machten die Fachpolitikerinnen und –politiker deutlich.
Thüringen braucht großflächige, zusammenhängende Waldgebiete als wichtige Inseln für eine stabile Biodiversität. So steht es im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag und wir werden es jetzt nicht hinnehmen, dass die Lobby aus Holz- und Sägewerken dem Freistaat Thüringen im Staatsforst diktiert, wie er seine vielfältigen Interessen umsetzten muss.
Auch mit ThüringenForst als Bewirtschafter wurde festgelegt, die Nutzungsfreistellung Staatswald umzusetzen. „Bis zum Ende der Legislatur muss das Ziel der Nutzungsfreistellung auf 5% der Waldfläche auch tatsächlich in die Tat umgesetzt werden“, erklären die bündnisgrünen Parlamentarierinnen und Parlamentarier.
Der großflächige, zusammenhängende Waldmeister- und Orchideen-Kalk-Buchenwald am Possen soll in einem großen Stück von 2.500 Hektar aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen werden. „Dieser Wald hat das Potential“, darin waren sich die Bündnisgrünen und die Vertreterinnen und Vertreter der  Bürgerinitiative abschließend einig.

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