Naturschutz statt Tagebaulöcher

Für die kommende Plenarsitzung hat die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN im Thüringer Landtag die Aktuelle Stunde „Südharzer Gipskarstlandschaft für Mensch und Natur sichern“ angemeldet. Dazu erklärt Roberto Kobelt, umwelt- und naturschutzpolitischer Sprecher:

„Thüringen hat mit der Südharzer Gipskarstregion einen europaweit einmaligen Standort der Biologischen Vielfalt. Diesen gilt es zu schützen und in Wert zu setzen, um nachhaltige Beschäftigung in der Region weiterzuentwickeln. Der Südharzer Gipskarstgürtel eignet sich deshalb ganz hervorragend als Teil eines künftigen Biosphärenreservats, in dem das Prinzip der Zusammengehörigkeit von Mensch und Natur umgesetzt werden kann. Ziel ist die Nutzung von Natur ohne sie zu zerstören“, veranschaulicht Roberto Kobelt die Schutzgebietsidee.

„Besonders begrüße ich daher die Ausweisung des Naturschutzgebietes am Winkelberg in der Rüdigsdorfer Schweiz zum 13. November 2018. Damit kann endlich Gefahr von den durch den Gipsabbau bedrohten Lebensräumen im Gipskarst genommen und ein fauler Kompromiss der CDU-Vorgängerregierungen ad acta gelegt werden. Thüringen ist zum Schutz seiner Naturschätze und Lebensgrundlagen verpflichtet. Eine Rohstoffsicherung, die diese angreift, kann hier keinen Vorrang haben“, erklärt der bündnisgrüne Umwelt- und Naturschutzpolitiker.

Damit nimmt er Bezug auf die aktuelle Diskussion um den Entwurf des Regionalplans Nordthüringen, der noch bis zum 08.11.2018 in der Öffentlichkeit ausliegt.

„Der Plan räumt dem Gipsabbau einen viel zu großen Raum ein und tut dies auf unzureichenden Grundlagen. Insbesondere kritisiere ich, dass dem Thema Gips-Recycling und Rea-Gips in den Betrachtungen der Planungsgemeinschaft überhaupt nicht berücksichtigt wird. Darauf sollte unbedingt im weiteren Verfahren der Planerstellung eingegangen werden. Denn das Abbaggern von Gips und Anhydrit kann weder saniert noch rekultiviert werden. Hier geht einmalige Natur und Landschaft verloren und für die Menschen bleibt nichts als Tagebaulöcher“, schließt Roberto Kobelt.

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