5 Prozent Naturwald für Thüringen als Chance für Mensch und Natur

Zur heutigen Kabinettentscheidung zur Flächenkulisse über den Nutzungsverzicht auf fünf Prozent des Waldes in Thüringen erklären die Abgeordneten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Thüringer Landtag Babett Pfefferlein und Roberto Kobelt:

„Fünf Prozent Wald ohne menschlichen Eingriff sind unser Mindestbeitrag, um das dauerhafte Überleben von waldtypischen Pflanzen und Tieren in ausreichend großen Populationen zu sichern. Die biologische Vielfalt zu erhalten ist ein globaler Auftrag, auch an uns in Thüringen. So wie wir erwarten, dass andere Länder beispielsweise Löwen, Gorillas oder Elefanten in großen Schutzgebieten schützen, so wird von erwartet, dass wir unsere Naturwälder bewahren“, ist sich der bündnisgrüne Naturschutzpolitiker Roberto Kobelt sicher.

„Mit der heutigen Entscheidung wird Thüringen dem Nationalen Biodiversitätsziel des Bundes gerecht, der für den Wald einen Flächenanteil von fünf Prozent mit natürlicher Waldentwicklung bis 2020 fordert. Mit der heutigen Entscheidung zu den künftigen Naturwaldflächen arbeitet die Koalition zudem ein wichtiges naturschutzpolitisches Thema endgültig ab, dass in der letzten Legislatur ungelöst geblieben ist. Das heißt, dass wir dem Koalitionsvertrag gerecht werden und unberührter Natur einen angemessenen Platz in unseren Thüringer Wäldern einräumen“, freut sich Roberto Kobelt.

„Bereits heute verändert der Klimawandel unsere Wälder. Wir brauchen deshalb Antworten, wie wir den Folgen des Klimawandels besser begegnen können. Für mich stehen ein zügiger Waldumbau und eine künftig naturnähere Bewirtschaftung des Wirtschaftswaldes an erster Stelle. Wir dürfen keine Zeit verlieren, denn Naturwälder sind ein hervorragender Kohlendioxidspeicher und liefern ein Vorbild dafür, wie wir den Folgen des Klimawandels besser begegnen können.“

Die Sondershäuser Abgeordnete Babett Pfefferlein unterstreicht die Bedeutung des großen zusammenhängenden Waldgebietes in der Hainleite:
„Die endgültige Flächenauswahl war am Ende mit Sicherheit die größte Herausforderung. Besonders froh bin ich deshalb über einen 1.000 Hektar großen Naturwald am Possen als wichtigen Bestandteil eines funktionierenden Biotopverbundes. Denn solche großen Gebiete sind unsere Urwälder von morgen.

Mit guten Informationseinrichtungen, attraktiven Wegenetzen und einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) wird es künftig möglich, dass auch die jeweiligen Regionen mit ihren Bewohnern und Gästen vom Erlebnis eines sich entwickelnden Naturwaldes profitieren“ ist sich die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete sicher.

„Ab 2019 wird die Arbeit für einen funktionierenden Waldbiotopverbund in Thüringen von der Natura-2000-Station auf dem Possen organisiert. Das macht den Possen zu einer Schaltstelle für einen lebendigen und natürlichen Wald in Thüringen. Damit schaffen wir einen Zugewinn für die Region, auf den wir besonders stolz sein können“, freut sich Babett Pfefferlein.

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