Thüringer Wald soll höheren Beitrag zu Klimaschutz leisten

Der heute vorgestellte Waldzustandsbericht verdeutlicht den Zustand des Waldes in Thüringen. Ursache ist die immer schneller voranschreitende Klimakatastrophe verbunden mit steigenden Einträgen von Stickstoff durch Verkehr und Landwirtschaft. Roberto Kobelt, forst- und umweltpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Thüringer Landtag, zeigt sich äußerst besorgt:

„Nicht nur die Fichte, sondern praktisch alle Baumarten in Thüringen haben unter dem vergangenen Dürrejahr extrem gelitten. Dabei gibt der Waldzustandsbericht 2018 nur eine Momentaufnahme wieder. Ich kann nur hoffen, dass sich die Situation nicht so entwickelt, wie es aufgrund der Datenlage zu befürchten ist“, so Roberto Kobelt.

Laut Kobelt zeigt die Verschlechterung des Waldzustandes, dass die Grenzen der Anpassungsfähigkeit unserer Wälder an das extremere, sich erhitzende Klima bald erreicht sind. „Zudem nehmen die Einträge an Stickstoff in den Wald seit Jahren wieder zu. Wesentliche Quellen hierfür sind der noch immer wachsende Ausstoß des Verkehrs und der Landwirtschaft“, erläutert er.

Besonders bedauerlich ist laut Kobelt, dass der Wald in diesem Zustand seiner Rolle als Klimaschützer nur noch sehr eingeschränkt gerecht werden kann. „Ein gesunder, naturnaher Wald kann pro Hektar und Jahr mehr Kohlendioxid binden, als zwei Thüringer*innen aktuell durch ihren Konsum freisetzen. Dies ist ein wichtiger Beitrag, um den Planeten wieder abzukühlen. Wir müssen deshalb so viel Holz wie möglich so lange wie möglich im Wald stehen lassen, um es dann zu lange genutzten Produkten, wie Möbeln oder Holzhäusern zu verarbeiten. Das geht nur mit Dauerwäldern, die schonend bewirtschaftet werden“, so der Landtagsabgeordnete.

Ein Beispiel für diese bodenschonende und damit naturnahe Bewirtschaftung ist der Wald am Ettersberg bei Weimar. „Dort haben wir erreicht, dass statt wie geplant alle 20 Meter nur alle 40 Meter eine Rückegasse angelegt wird. Wenn diese Maßnahme flächendeckend angewendet wird, kann die Nutzfläche allein bei Thüringenforst um fast 10% erhöht werden und damit 200.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr mehr in den Bäumen gebunden werden. Das ist so viel, wie 200.000 Solaranlagen auf einem Einfamilienhaus jährlich einsparen“, betont Roberto Kobelt die Verantwortung, die der Thüringer Wald für den Klimaschutz hat.

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