Thüringen hat gewählt. Wie geht es weiter?

Wir danken allen Wähler*innen sehr, die BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ihre Stimme gegeben haben. Aber klar ist auch, dass wir uns mehr erhofft hatten und dieses Ergebnis knapp über der 5%-Hürde nicht erwartet haben. Auch die immense Zustimmung für die rechtsradikale Höcke-AfD macht vielen von uns große Sorge, zeigt sie doch glasklar, in welchem Umfeld wir leben und politisch aktiv sind. Wissend, dass uns Grünen die starke Polarisierung zwischen Bodo Ramelow und Mike Mohring nicht gut tun würde, hatten wir doch nach einem außerordentlich engagierten Wahlkampf und einer großen Unterstützung durch prominente Grünen gehofft, auch in Thüringen von dem sehr guten Bundestrend und der wachsenden Zustimmung für grüne Themen zu profitieren. Erkennbar ist es uns nicht gelungen, dies in ein starkes grünes Ergebnis umzuwandeln. Insbesondere die Ergebnisse im ländlichen Raum zeigen, dass wir zu wenige Menschen erreichen konnten.

Wir stellen uns der Verantwortung, das Land im Rahmen der nicht einfachen politischen Gegebenheiten zu gestalten. Denn Thüringen braucht stabile Verhältnisse und eine handlungsfähige Regierung. Selbstverständlich sind wir bereit, darüber mit allen Parteien – außer der AfD – zu reden. Am 30. Oktober hat es ein erstes Gespräch mit unseren bisherigen Koalitionspartnern LINKE und SPD gegeben. Dabei haben wir klargemacht, dass wir auf dieser Koalition mit LINKE und SPD aufbauen wollen. Denn Rot-Rot-Grün hat fünf Jahre lang gut regiert und vieles auf den Weg gebracht. Gemeinsam wollen wir eine politische Agenda für das Land erarbeiten, in der wir Grüne künftig aber inhaltlich deutlicher erkennbar sein müssen. Ein schlichtes „Weiter so“ darf es für uns Grüne nicht geben. Wir erwarten auch von CDU und FDP, sich Gesprächen über die Gestaltung des Landes nicht zu verweigern und daran konstruktiv mitzuwirken.

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