Schweinehaltung am Tierwohl orientieren

Zur heutigen Diskussion im Landtag über die Situation der Schweinehaltung in Thüringen erklärt Roberto Kobelt, landwirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Thüringer Landtag:

„Die CDU stellt sich mit diesem Antrag zu hundert Prozent auf die Seite der Schweinehalter. Die Ursachen für die Durchsuchungen, vor allem in Thiemendorf, werden verschwiegen und als subjektive Randerscheinungen behandelt.“

IMG_8743_kleinIn Gut Thiemendorf wurden Tiere ohne Betäubung getötet und zu lange in viel zu enge Stände eingepfercht. Dass die Landesregierung – und die lokalen Behörden – darauf reagieren mussten, bezeichnet die CDU als „Behördenaktionismus“. Sie versteigt sich sogar zu der Forderung, die „Öffentlichkeit unverzüglich auf die Vermittlung eines realistisches Bildes der Thüringer Landwirtschaft auszurichten.“

„Natürlich müssen wir auch den Schweinezüchtern faire Bedingungen in Thüringen ermöglichen“, fährt dazu Roberto Kobelt fort. „Mit der Begründung, dass die Marktlage schwierig sei, kann aber nicht das Wohl der Tiere kompromittiert werden. So ist es beispielsweise aus unserer Sicht nicht akzeptabel, wenn die Schweinezüchter erst Kastenstände beantragen, die für kleinere Schweine geeignet sind, dann jedoch Schweine dort einsperren, die aufgrund ihrer Genetik zu groß für die Stände sind.“

„Die Tierwohlinitiative ist nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Wer hohe Standards in der Tierhaltung und keinen Missbrauch von Antibiotika will, sollte den ökologischen Landbau stärken. Wir Grüne werden daher vehement auf eine Erhöhung des Anteils der ökologischen Landwirtschaft in Thüringen von vier auf zehn Prozent drängen“, schließt Kobelt.

Auf Initiative der grünen Landtagsfraktion werden die rot-rot-grünen Regierungsfraktionen zeitnah eine Besichtigung in Thiemendorf durchführen, um sich selbst ein Bild von den Bedingungen der Schweinehaltung vor Ort zu machen.

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