Thüringer Grüne besuchen Gemeinschaftsunterkunft in Rudolstadt

Die Landessprecherin Stephanie Erben von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen und der grüne Landtagsabgeordnete Roberto Kobelt machten sich gestern ein Bild von der Situation in der Flüchtlingsunterkunft in Rudolstadt.

Stephanie Erben und Roberto Kobelt dankten den MitarbeiterInnen der Gemeinschaftsunterkunft, die diesen Vor-Ort-Termin trotz der angespannten Lage in der Unterkunft möglich gemacht hatten. Die 340 Plätze der Unterkunft werden voraussichtlich schon bis Ende des Monats voll ausgelastet sein. Anfangs rechnete man noch mit einer Auslastung bis Jahresende.

GUBesuchRU„Wir haben großen Bedarf an guten Unterkünften für die gestiegene Zahl von Flüchtlingen“, so Stephanie Erben. „Das fängt bei der Erstaufnahme an, geht über die Gemeinschaftsunterkünfte in den Kreisen weiter und betrifft dann auch die möglichst dezentrale Anschlussunterbringung in den Kommunen. Die Landesregierung hat die richtigen Weichen gestellt, wie auch die gestern im Koalitionsausschuss beschlossenen Positionen zeigen. Land, Landkreise und Kommunen sorgen für Schutz, Unterbringung und medizinische Grundversorgung. Die dringend nötige Integration gelingt aber nur, wenn auch die ehrenamtlich Aktiven eingebunden werden. Dafür brauchen wir bezahlte Stellen für die Ehrenamtskoordination, um eine bessere und dauerhaft funktionierende Verzahnung zwischen Haupt- und Ehrenamtlern zu gewährleisten. In Rudolstadt scheint das derzeit auf einem guten Weg zu sein“, so Landessprecherin Stephanie Erben weiter.

„Viele Menschen kommen nach schwierigen Fluchtsituationen hier an und landen dann in einer längeren Wartehaltung, ohne zu wissen, wie ihre weitere Perspektive aussehen kann,“ schildert der Landtagsabgeordnete Roberto Kobelt seine Eindrücke. „Das erfordert viel Kraft und Engagement – auch von den Ehrenamtlichen vor Ort. Wichtig ist gerade bei steigenden Flüchtlingszahlen menschenwürdigen Wohnraum möglichst ohne Zelte bereitzustellen . Hier sollten die Möglichkeiten in den Thüringer Kommunen mit über 60.000 leer stehenden Wohnungen noch besser genutzt werden. Abriss von Wohnraum oder sogar deren Förderung aus Steuermitteln soll nur noch für Wohnungen möglich sein, bei denen die Sanierung teurer als der Neubau wäre“, so Roberto Kobelt weiter.

Beeindruckt zeigten sich die GRÜNEN vom Einsatz der Ehrenamtlichen im ganzen Land, die bei Amtsgängen assistieren, Kleiderspenden weitergeben, bei Arztbesuchen begleiten und vieles mehr. “Es ist sehr erfreulich, dass es bei den Menschen eine breite Hilfsbereitschaft und Solidarität für die Flüchtlinge gebe. Anders als die AfD, die unter dem Stichwort “Asylchaos” am rechten Rand zündelt und aggressiv Stimmung gegen Schutzsuchende macht, sind grüne Mitglieder und viele Bürgerinnen und Bürger landauf, landab in den Flüchtlingsinitiativen aktiv und helfen wo sie können. Als grüne Landesvorsitzende rufe ich die Thüringerinnen und Thüringer auf, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entschlossen entgegenzutreten und sich aktiv in den vielen Flüchtlingsinitiativen zu engagieren. Jetzt wird die Hilfe aller gebraucht”, so Stephanie Erben abschließend.

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