VLNR: MdL Roberto Kobelt, Dr. Ing. Olaf Cassini, Katja Schreiber, Peter Spieß, Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Frank Beneke

Besuch beim Biomasse-Netzwerk NeMAS in Schmalkalden

Am Donnerstag (18.08.2016) besuchte der Landtagsabgeordnete und energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Roberto Kobelt, das Netzwerk für „Entwicklung, Produktion und Fertigung von Maschinen und Anlagen zur Nutzbarmachung von Biomasse auf Spezialflächen“, kurz NeMAS, im TGF Schmalkalden. Das Netzwerk gehört zur Forschungsgruppe für Nachwachsende Rohstoffe der Hochschule Schmalkalden und wurde vor drei Jahren gegründet. „Wir haben insgesamt 11 Projektpartner, von den Stadtwerken Meiningen bis zur „florafuel AG“ aus München, die aus der näheren Umgebung kommen aber auch aus anderen Regionen Deutschlands“, so Projektmanager Peter Spieß. Seine Kollegin Katja Schreiber ist seit September 2014 in der Forschungsgruppe für Nachwachsende Rohstoffe und im NeMAS-Netzwerk. Kennengelernt hatten sich die Netzwerker und der Fachpolitiker bei einem Fachgespräch der Grünen Landtagsfraktion im Erfurter Landtag. DasThema lautete „Energetische Restholznutzung“.

IMG_2492 KopieEin erfolgreiches Projekt wurde z. B. zusammen mit der Firma PYREG GmbH aus Dörth, in Rheinland-Pfalz, entwickelt. Eine Anlage die aus Biomasse wie Kaffeesatz, Grünschnitt, Schlachtabfälle, Papierfaserschlamm, Rinde oder Holz Wärme erzeugt und sogenannte Pflanzenkohle. Diese kann als  Bodendünger, Futtermittelzusatz oder als Baustoff eingesetzt werden. „In Zukunft wollen wir solch eine Anlage direkt am TGF aufstellen und damit die Wärme für das Gebäude im Wohngebiet Walperloh produzieren. Der Grünschnitt soll im Schmalkalder Bauhof angenommen werden. Eine weitere Anlage ist im Industriegebiet Roher Berg in Meiningen in Planung“, erzählt Projektmanager Spieß. „Ein Ansatzpunkt ist es, die Biomasse so anzunehmen, dass sie einer stofflich- und/oder energetischen Nutzung zugeführt werden kann. Die Nutzung von Biomasse aus Abfällen der Region kann auch dazu beitragen Gebührenerhöhungen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen zu vermeiden“, so Spieß weiter.

„Mit verschiedenen Fördermöglichkeiten können die Netzwerker in Schmalkalden bei der Umsetzung ihrer Ziele unterstützt werden. Biomasse schafft zehnmal mehr regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze als Öl und Gas und nur drei Prozent der CO2-Emissionen“, so der energiepolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion. „Wir haben das Ziel, die Rahmenbedingungen in Thüringen so zu verbessern, dass im Land 20 bis 30 Biogasanlagen aus Reststoffen betrieben werden können. Zudem wollen wir eine Umstellungsoffensive für Heizungen in Öffentlichen Gebäuden, Kitas, Schulen auf Hackschnitzel und möglichst auch Holzpellets aus Thüringen auf den Weg bringen. Die Förderung von Nah- und Fernwärmenetzen, die mit einer Kombination aus Bioenergie und Solarthermie betrieben werden, ist ein weiteres Ziel“, so Kobelt weiter.

Verwandte Artikel